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Dom-Römer-Areal, Frankfurt - 2.Preis (Markt 7)

Hinter der breiten Giebelfassade verbirgt sich ein sehr kleines Haus, das in seiner neuen Funktion als Haupterschließung für die „Goldene Waage“ eine Symbiose mit dieser eingehen muss- und es daher „in sich hat“.

Zunächst zur Fassade: Das Thema der „Überhänge“ aus dem Fachwerkvorgängerbau haben wir übernommen, orientieren uns in den Geschosshöhen aber am Vorderhaus der „Goldenen Waage“. Die nun schlankere Proportion des Giebels wird durch schmale, hohe und eng rhythmisierte Fenster unterstrichen: Während das Grundmotiv der gereihten Fenster dem ursprünglichen Bestand entnommen ist, wird die Fassade durch die steileren Proportionen und die knappe Detaillierung mit fassadenbündigen Fenstern zu einer strengen, abstrakten Interpretation des historischen Vorbildes.

Die Fenster aus Bronzeprofilen sind mit einem Glas ausgestattet, in dessen Scheibenzwischenraum ein metallenes „Flechtwerk“ eingelegt ist. Unsere Ornamente sind abgeleitet aus der ornamentalen Gestaltung der Fachwerkbrüstungen der „Goldenen Waage“ und erzeugen eine dem Gitterwerk der Fensteroberlichter vergleichbare Wirkung: der geheimnisvolle „Schleier“ schirmt den Innenraum stärker von seiner Umgebung ab und bewirkt von außen betrachtet eine feine, erst auf den zweiten Blick sichtbare gestalterische Verknüpfung beider Häuser.
Die Fassade ist komplett in Sandstein gestaltet; die scharrierten Oberflächen unterscheiden sich nur im Bereich der „Stirnbretter“ der Überhänge.

Der Innenraum überrascht den Besucher mit seiner eigenwilligen Raumform - das Thema des Treppenturmes wird hier neu interpretiert: ein in Ellipsenform ausgehöhlter Raum, in den eine geschwungene Treppe mit elliptischem Grundriss und ein verglaster Aufzugsturm einbeschrieben ist. Die Außenwand ist im Inneren schräg ausgebildet: nach oben hin vergrößert sich der Raum durch die Auskragung der Fassade und lässt auf diese Weise einen spannungsvollen Luftraum zwischen Treppe und Fassade entstehen. Die Oberflächen des Innenraumes sind ihrer Bedeutung als quasi öffentlicher Raum entsprechend gewählt: Wände in farbig lasiertem Sichtbeton, Beläge aus hellem Kalkstein,Treppenbrüstung und -untersicht in rotem Stucco lustro, Aufzugsturm aus Bronzeblech bzw. in gebogenem Glas.

» http://www.domroemer.de/site/startseite/

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