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Kapelle auf dem Campus in Flensburg

Eine ungewöhnliche Bauaufgabe: eine Kapelle auf einem Campus für die Studierenden und Ihre Lehrer und Professoren.

An einem Verkehrsknotenpunkt im Campusgelände steht ein kleiner Hügel als Bauplatz zur Verfügung. Die Kapelle selbst würde aber aufgrund ihrer geringen Größe verschwindend klein gegenüber Mensa, Audimax und anderen Institutsgebäuden wirken. Wir haben sie daher im städtebaulichen Maßstab durch zwei Höfe (paradiesartiger Vorhof, und „Außenkapelle“) und einem doppelten Baumkranz aus Birken, der das ganze Ensemble umgibt, künstlich vergrößert.

Im alltäglichen Einerlei geistige Orientierung finden, in bedrängten Situationen einen Ort der Zuflucht finden, abschalten, sich konzentrieren. Das bedeutet: Heraustreten aus der gewohnten Umgebung in eine Atmosphäre der Ruhe und Kontemplation.

Die Kapelle ist ein hoher Raum, der von den geschlossenen Holzwänden im Erdgeschoss und dem  darüber liegenden, umlaufenden Lichtkranz, ähnlich dem Obergaden einer Basilika, geprägt wird. Das Licht- und Schattenspiel der umgebenden Birken filtert und bewegt das Licht auf natürliche Weise.

Die Kapelle soll im Alltag unbestuhlt, leer sein: Leere und Lichtfülle als Symbole für das Überirdische, das Göttliche. Sitplätze werden in den Sitznischen der Außenwände angeboten. Die quadratische Grundform des Raumes ermöglicht problemlos verschiedene Bestuhlungsarten in Reihen bis zur Bestuhlung in Kreisform. Das monochrome „Ives-Klein- Blau“ der Decke ist ein Hinweis auf den Himmel. Lesepult und Altar wurden als mobile Elemente in engem gestalterischen Zusammenhang zur Kapelle entworfen.

Vorgeschaltet ist ein niedriger Baukörper mit einem Büro für die Pastorin, einer Küche für gemeinschaftliche Kochaktivitäten des „Clubs International“ , Abstellraum und barrierefreiem WC.

Die Konstruktion der Kapelle besteht aus vorgefertigten Holzrahmen aus Furnierschichtholzbrettern, die „Verglasung“ der Obergadenzone aus kostengünstigen, hochdämmenden aus Polycarbonat- Stegplatten.

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